RGZV Robert Oettel Oelde 01 e.V.

 

 

 Gründung  - Trennung - Vereinigung

 

 

Gründung

 

Am 6. Juni  1901 trafen sich 14 Personen in der Gaststätte Linnenbrink, um die Anregung vom Verein "Omis" aus Münster zu bereden, auch in Oelde einen Geflügelzuchtverein zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 14. Juni im gleichen Lokal statt. Es wurde die Vereinssatzung besprochen und der erste Vorstand mit dem Vorsitzenden Fabrikant Heinrich Zurbrüggen gewählt. Deutlich zeigt das Gründungsprotokoll, dass man die Sache sehr ernst nahm. Innerhalb einen Jahres stieg die Mitgliederzahl um weitere 16 Personen auf insgesamt 30. In jeder Monatsversammlung konnten weitere Mitglieder gewonnen werden. 1904 waren es schon 88 und 1905 gar 103 Mitglieder.

 

Es ist nur zu verständlich, dass bei diesem Eifer der Gründungsväter die erste Ausstellung nicht lange auf sich warten ließ. Bereits 1903 wurde die erste Vereinsausstellung auf dem Schützenhof durchgeführt. Wenn man die Protokollbücher der damaligen Zeit liest, kann man das rege Vereinsleben nachvollziehen, aber alles war streng geregelt wie auch die Satzung des Vereins belegt.

 

Bis 1902 waren auch Brieftaubenzüchter Mitglieder des Vereins und gründeten dann einen eigenständigen Verein.

 

Am 28.02.1908 wurde der "Kreisgeflügelverband" Beckum gegründet. Vorwiegend ein Verdienst der Oelder Züchter. So wurden auch die Oelder Züchter Laufkötter 1. Vorsitzender und Schwarte stand ihm als Schriftführer und Kassierer zur Seite. Der Oelder Verein war es Auch, der die erste Kreisschau vom 23.-25. Oktober 1909 durchführte . Die Ausstellung auf dem Schützenhof umfasste 232 Nummern Nutzgeflügel. Diese wurden prämiert durch den Zuchtinspektor Topp aus Münster. Weitere Kreisschauen in Oelde folgten in regelmäßigen Abständen.

 

Der Krieg unterbrach das Vereinsleben. Bis 1921 wurde nichts mehr ins Protokollbuch eingetragen. Am 8.-9. Dezember 1923 folgte wieder eine Kreisschau im Kolpinghaus, die mit guten Tieren beschickt war und unter den Protektorat des Landrats "zu Fennenberg" stand.

In den folgenden Jahren blühte die Rassegeflügelzucht auch in Oelde wieder auf, bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939.

Nach Ende des Krieges wurde 1945 eine Sonderschau der Englischen Kröpfer durchgeführt. Dazu wurde für alle Aussteller, viele aus dem Ruhrgebiet, das Essen gestiftet.

Nun stiegen auch wieder die Mitgliederzahlen und damit kamen neue Rassen an Hühnern, Zwerghühnern und Tauben nach Oelde, was sich positiv auf die Vereinsschauen auswirkte.

Ab Anfang der 50er Jahre führt der Verein eine Jugendgruppe.

 

Trennung

 

1959 spaltete sich der Verein in zwei Lager, Rassetaubenzüchter gründeten den Verein "Robert Oettel" am 22. Mai. Mit dem Wahlspruch des Vorkämpfers der Deutschen rassegeflügelzucht, Robert Oettel, welcher 1852 als 54jähriger Mann den ersten Hühnerologischen Verein Deutschlands in Görlitz gründete, eröffnete Helmut Fasshauer  in der Gaststätte Deitinghoff die Gründungsversammlung

 

"Gründet rein und züchtet echt".

 

Der erste Vorsitzende war Bernhard Deitinghoff. 1966 stellte der Verein die Mitgliederstärkste Jugendgruppe im Landesverband Westfalen-Lippe. 1975 legte Hartmut Fasshauer mit Erfolg seine Preisrichterprüfung für die Sparte Tauben ab. Ihm folgte 1977 Udo Schmidt für die Sparte Hühner. 1978 fand die erste, größere überörtliche Schau, die Hauptsonderschau des Sondervereins der Modeneserzüchter statt. 1511 Modeneser Tauben wurden aus ganz Deutschland nach Oelde gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt war es die größte Modeneserschau, die je stattgefunden hat.

 

Gruppenbild Mitte der 60er Jahre

 

Vereinigung

 

Am 17.Juni 1981 wurde der Zusammenschluß der beiden Vereine aud Drängen des Kreis-Ehrenvorsitzenden Stefan Ringkamp aus Beckum und der beiden Oelder Vorsitzenden Heinz Oesterwinter und Gerd Voß durchgeführt. Der Verein trägt den Namen des Gründers der Deutschen Rassegeflügelzucht und wird in das Vereinsregister eingetragen als

 

Rassegflügelzuchtverein "Robert Oettel" Oelde 01 e.V.

 

Das 75jährige Bestehen des Kreisverbandes Warendorf der Rassegeflügelzüchter wurde 1982 gefeiert. die große Jubiläumsschau richten die Zuchtfreunde Oelde in der Reithalle Axthausen aus. 1228 Tiere wurden gezeigt. Dieses Meldeergebnis wurde bis heute noch nicht wieder erreicht. Von 1981 bis 2000 richten die Rassegeflügelzüchter die Vereinsschauen in der Overberghalle aus. Bis 320 Tiere können in dieser Halle optimal gezeigt werden. Beim Bau des Musterstalls für Rassegeflügel des Landesverbandes Westfalen-Lippe beteiligen sich die Oelder Züchter stark.


Blick in die gut besuchte Overberghalle

 

Heinz Oesterwinter wird 1988 als erster Oelder zum Meister der Rassegeflügelzucht im Landesverband Westfalen-Lippe ernannt.

Der Verein war 1992 Ausrichter der Jubiläumsschau des Clubs der Züchter Englischer Kröpfer und Zwerg-Kröpfer. Dieser Schau war die Hauptclubschau der Damascener, sowie eine Werbeschau des Altholländischen Kapuziner Clubs angeschlossen. 1204 Tauben wurden in der Reithalle am Geisterholz gezeigt. In dieser Reithalle wird 1995 eine weitere Oelder Taubenschau durchgeführt. Die Sondervereine und Clubs der Danziger Hochflieger; Damascener; der Altholländischen Kapuziner; sowie Gruppenschauen der Englischen Kröpfer und Zwerg-Kröpfer; der Perrückentauben und der Mövchentauben waren insgesamt 1734 Tauben in Oelde vertreten.

 

Seit 1996 hat der Verein mit dem Rassegeflügelzuchtverein See und Umgebung aus der Stadt Niesky in Sachsen eine Partnerschaft aufgebaut. Regelmäßige, gegenseitige Besuche, das Austauschen von guten Zuchttieren verbindet diese Freundschaft. Mitglieder beider Vereine haben auch schon auf den Vereinsschauen des anderen Vereins ausgestellt.

 

Im Jahr 2000 stellt die Stadt Oelde für die Kleintierzuchtvereine eine alte Scheune auf dem Anwesen des Drostenhofes als neuen Ausstellungsraum zur Verfügung. In Eigenleistung aller vier Oelder Kleintierzuchtvereine wird diese Unterkunft hergerichtet.

 

Zu jeder Zeit der zurückliegenden mehr als 100 Jahre hat der Verein Zuchtfreunde gehabt, die als große Züchter in ganz Deutschland bekannt waren und auch heute noch sind. Aber auch in den einzelnen Organisationen der deutschen Rassegeflügelzucht haben sich Oelder Zuchtfreunde immer wieder eingebracht. 


Gruppenbild zum 100jährigen Jubiläum



der Vorstand im Jubiläumsjahr